Wir blicken auf den aktuellen Sanierungsbedarf in Deutschland, der im Vorfeld der Einführung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) von besonderer Relevanz ist. Eine kürzlich veröffentlichte Auswertung von ImmoScout24 gibt Aufschluss darüber, in welchem energetischen Zustand sich der deutsche Gebäudebestand befindet und wie es um die Sanierung von Immobilien bestellt ist.

🏚 Hoher Sanierungsbedarf: 42 Prozent der Immobilien unter Energieeffizienzklasse D
Die Analyse von ImmoScout24 zeigt, dass 42 Prozent der auf der Plattform angebotenen Immobilien eine Energieeffizienzklasse schlechter als D aufweisen. Dies verdeutlicht einen enormen Bedarf an energetischer Sanierung in Deutschland. Besonders auffällig ist, dass ältere Immobilien, insbesondere Altbauten aus den Jahren 1850 bis 1949, mit 63 Prozent besonders stark von einem Sanierungsbedarf betroffen sind.

📉 Einbruch der Sanierungen seit 2019: Ursachen und Entwicklungen
Seit 2019 ist ein deutlicher Rückgang der energetischen Sanierungen zu verzeichnen. Dieser Rückgang von 28 Prozent im vierten Quartal 2021 und 21 Prozent im ersten Quartal 2022 wird auf verschiedene Faktoren zurückgeführt. Neben einer zuweilen unklaren Förderungs- und Gesetzeslage belasten die Krise am Bau, angeschlagene Bauwirtschaft, hohe Materialpreise und gestiegene Zinsen die Sanierungsaktivitäten. Die vergangenen Diskussionen um das Gebäudeenergiegesetz haben zusätzlich Verunsicherung geschürt. Auch die zeitweise Ausgeschöpftheit der KfW-Fördermittel hat zu einer Zurückhaltung bei Sanierungsmaßnahmen beigetragen.

🛠 Sanierungen nach mittlerem Maß: Klasse D als Zielvorgabe
Trotz des Rückgangs der Sanierungsaktivitäten zeigt die Analyse, dass bei durchgeführten Sanierungen ein Großteil der Immobilien die mittlere Energieeffizienzklasse D erreicht. Dies entspricht der Zielvorgabe der EU-Richtlinie. Insbesondere Immobilien, die vor der Sanierung in den Klassen E, F, oder H eingestuft waren, erreichen nach den Maßnahmen zu 73 Prozent die Klasse D.

🚀 Ausblick und Herausforderungen
Die Einführung des Gebäudeenergiegesetzes, insbesondere im Hinblick auf erneuerbare Heizsysteme, wirft einen Blick auf die Zukunft der energetischen Sanierung in Deutschland. Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24, betont die Herausforderung, Neubau und Sanierung parallel voranzutreiben, ohne die Sozialverträglichkeit aus den Augen zu verlieren.

Die Diskussion um eine stärkere Mietregulierung könnte weiterhin zu Zurückhaltung bei Investitionen führen. Es bleibt abzuwarten, wie die Immobilienbranche auf die sich wandelnden Rahmenbedingungen reagiert und welchen Beitrag sie zur nachhaltigen Sanierung und Energieeffizienz leisten wird.

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