Am Pfingstwochenende 2026 hat E3/DC die Netzverträglichkeit von 110.000 Photovoltaik(PV)-Anlagen bundesweit geprüft. Trotz hoher Sonneneinstrahlung und geringer Stromnachfrage haben die Niederspannungsnetze den erzeugten Solarstrom problemlos aufnehmen können. Die Anlagen verfügen jeweils über eine Leistung von 10 Kilowatt und sind als sogenannte „Hauskraftwerke“ installiert.
Die Auswertung zeigt, dass es auch in Regionen mit hoher Dichte an PV-Anlagen keine Überlastungen der Ortsnetze gab und nur eine minimale Anzahl von Anlagen zeitweise und normgerecht abschaltete. Damit widerlegt die Untersuchung den oft geäußerten Eindruck, dass die Netze ohne teure Erweiterungen keine weiteren erneuerbaren Energien aufnehmen können.
Laut E3/DC verbleibt der erzeugte Strom meist im Verteilnetz und wird dort saisonal komplett verbraucht. Über 80 Prozent der Hausanschlüsse hatten sogar größere Spannungsreserven. Dies bedeutet, dass die bestehende Netzinfrastruktur für die Einspeisung kleinerer Anlagen bis 30 kWp gut gerüstet ist.
Dr. Andreas Piepenbrink, CEO von E3/DC, betont, dass die Einspeisevergütung für Kleinanlagen sinnvoll ist, da es keine günstigere lokale Versorgung für Nachbarn gibt. Er spricht sich gegen eine pauschale Direktvermarktung aus, die für kleine Erzeuger bürokratische und finanzielle Hürden verursachen würde. „Physikalisch betrachtet ist Energy Sharing bereits im Ortsnetz vorhanden“, so Piepenbrink, der einen flächendeckenden Ausbau moderner Gebäude mit lokaler Energieversorgung unterstützt.
Diese Untersuchung liefert wichtige Erkenntnisse zur stabilen Integration von Solarstrom im Verteilnetz und unterstreicht die Bedeutung von praxisnahen politischen Rahmenbedingungen für die Energiewende.


