Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) prognostiziert für 2025 einen starken Zuwachs beim Absatz von Wärmepumpen in Deutschland. Für dieses Jahr rechnet der Verband mit rund 300.000 verkauften Geräten, was einem Plus von mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die monatlichen Verkaufszahlen liegen seit März konstant bei etwa 25.000, im Herbst wurden sogar über 30.000 Wärmepumpen pro Monat abgesetzt. Bis Oktober 2025 summierte sich der Absatz auf 255.000 Geräte, ein Rekordwert mit einem Wachstum von etwa 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Diese positive Entwicklung spiegelt laut BWP-Vorstandsvorsitzendem Claus Fest die Etablierung der Wärmepumpe als neue Standardheizung in Deutschland wider. Auch Geschäftsführer Dr. Martin Sabel sieht die Technik als wichtigen Motor für den Industriestandort Deutschland und unterstreicht das wirtschaftliche Potenzial der Branche.
Aufgrund der aktuellen Marktentwicklung hat der BWP seine Prognose für 2026 deutlich nach oben korrigiert. Im sogenannten „Business as Usual“-Szenario ist mit 410.000 verkauften Wärmepumpen zu rechnen, statt der zuvor geschätzten 350.000. Im ambitionierten KLIMA-Szenario könnten sogar über 530.000 Geräte installiert werden, vorausgesetzt, dass die Rahmenbedingungen stabil bleiben und zusätzlich Maßnahmen die Strompreise im Verhältnis zu Gaspreisen senken – beispielsweise durch die geplante Stromsteuerentlastung.
Der Verband fordert eine stabile Förderpolitik und verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen. Sabel warnt vor häufigen Änderungen bei der Förderpolitik oder dem Gebäudeenergiegesetz, die Investitionsentscheidungen verzögern und Unsicherheit erzeugen könnten. Er betont, dass die bereits etablierte 65-Prozent-Regelung im Gebäudegesetz weiterhin beibehalten werden sollte, da sie vom Markt akzeptiert wird und zur Umsetzung der Klimaziele beiträgt.
Vorstandschef Fest spricht sich klar gegen die Fortführung der Stromsteuer auf aktuellem Niveau aus. Die Steuer bremst laut ihm die Elektrifizierung von Heizsystemen und wirkt somit kontraproduktiv für den Klimaschutz. Eine geringere Stromsteuer und ein günstigeres Verhältnis von Strom- zu Gaspreisen seien entscheidend, um den Umstieg auf Wärmepumpen zu fördern.
Zusammenfassend steht die Wärmepumpe in Deutschland vor einem starken Wachstum, das den Umbau des Heizungssystems vorantreibt – vorausgesetzt, politische Entscheidungen schaffen verlässliche Rahmenbedingungen und fördern die Technologie konsequent.


