Solarthermie für die Heizung und Photovoltaik für die Wärmepumpe können in Deutschland erheblich mehr zur Wärmeversorgung beitragen, als bisher genutzt wird. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) fordert deshalb, bei der anstehenden Gesetzgebung für Gebäudemodernisierung die kostengünstige Solarenergie stärker einzubeziehen.
Die Ergänzung bestehender oder neuer Heizungen mit Solaranlagen ist eine vergleichsweise einfache Maßnahme, um Strom- und Heizkosten zu senken. Solarthermie- und Solarstromanlagen reduzieren die Verbrauchskosten bei Gas-, Holzheizungen sowie bei Wärmepumpen gleichermaßen. Zusätzlich können Solaranlagen die Effizienz und Lebensdauer von Wärmepumpen erhöhen.
Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz sollte daher die Leistungsfähigkeit von Solarenergie mehr anerkennen. Wichtig ist laut BSW-Solar, den Wärmeertrag als Maßstab zu nehmen, statt nur die Größe der solarthermischen Kollektorfläche. Solarthermie müsse als gleichwertige Option zur Senkung fossiler Energien gesehen werden – auf Augenhöhe mit anderen erneuerbaren Technologien.
Um die Nutzung von Erneuerbaren-Energien-Hybridsystemen attraktiver zu machen, empfiehlt der Verband auch die Anhebung der derzeitigen Deckelung der förderfähigen Kosten von 30.000 Euro bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Damit könnte die Kombination von Wärmepumpen und Pelletheizungen mit Solarkollektoren für viele Haushalte wirtschaftlicher werden.
Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, betont, dass zur Erreichung der Klimaziele und zur Verringerung der Abhängigkeit von teuren Energieimporten ein ausgewogener Mix aus Forderung, Förderung und CO2-Bepreisung erforderlich ist. Dazu gehören gesetzliche Mindeststandards für Erneuerbare Energien in Gebäuden, verlässliche Förderprogramme sowie die konsequente Einpreisung von Klima- und Gesundheitsfolgekosten fossiler Brennstoffe.
Obwohl Wärmepumpen im Jahr 2025 erstmals die führende Rolle im Wärmemarkt übernehmen sollen, werden deutlich weniger Solarthermie- und Photovoltaikanlagen installiert als im Vorjahr. Während Erneuerbare Energien bei der Stromerzeugung über 50 Prozent erreichen, liegt ihr Anteil an der Wärmeerzeugung weiterhin unter 20 Prozent.
Die große Vielfalt an Gebäuden und Verbrauchsmustern erfordert nach Körnig, dass jetzt alle verfügbaren klimafreundlichen Wärmetechnologien genutzt werden. Nur so kann die Wärmewende erfolgreich gelingen und nachhaltige Energieversorgung für die Zukunft gesichert werden.


