Städte-Check zur Energieeffizienz von Wohngebäuden – Leipzig führend, Düsseldorf Schlusslicht

Leipzig_Duesseldorf

Die Energieeffizienz von Wohngebäuden zeigt in Deutschland große regionale Unterschiede. Eine Analyse von fast einer Million Wohnimmobilienangebote aus 2019 bis 2024 offenbart: Leipzig ist die klare Nummer eins unter den großen Metropolen, mit nur 16 Prozent der Immobilien in den niedrigen Effizienzklassen E bis H. Im Gegensatz dazu verzeichnen Städte wie Hamburg und Düsseldorf fast 45 Prozent dieser ineffizienten Immobilien. Besonders kritisch sind auch kleinere Städte wie Wilhelmshaven und Emden, wo der Sanierungsbedarf enorm hoch ist.

Die Energieeffizienzklasse eines Gebäudes misst den Energieverbrauch pro Quadratmeter und Jahr. Klassen reichen von A+ (sehr effizient) bis H (sehr ineffizient), wobei eine schlechte Einstufung in der Regel mit erhöhten Heizkosten und höherem Energiebedarf einhergeht. Ziel ist es nicht nur, Kosten zu senken, sondern auch das Klima zu schützen: Deutschland strebt bis 2045 Klimaneutralität an – der Gebäudesektor spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Laut Gebäudeenergiegesetz (GEG) gelten energetische Mindestanforderungen für Wohngebäude, die durch verschärfte EU-Vorgaben ergänzt werden. Die EU plant bis 2030 mindestens die Effizienzklasse E und bis 2033 Klasse D für Wohngebäude verpflichtend vorzuschreiben. Dadurch sollen Sanierungen von ineffizienten Bestandsimmobilien europaweit gesetzlich verankert werden.

Die Analyse der acht größten Städte zeigt ein differenziertes Bild: Leipzig überzeugt mit dem geringsten Anteil an sanierungsbedürftigen Wohnungen. Berlin liegt etwa im Mittelfeld, zeigt jedoch einen großen Anteil unsanierter Altbauten. München und Frankfurt weisen einen moderaten Modernisierungsbedarf auf, mit überdurchschnittlich vielen effizienten Gebäuden. Besonders problematisch ist Düsseldorf, wo Effizienzklassen E bis H fast die Hälfte aller Wohnimmobilien ausmachen. Hier besteht dringender Nachholbedarf.

Diese Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig gezielte Sanierungsoffensiven sind, um den Energieverbrauch zu senken, Heizkosten zu reduzieren und Klimaziele zu erreichen. Dabei müssen auch kleinere Städte stärker unterstützt werden, um bundesweit Fortschritte zu erzielen.

Für Dich als Immobilienbesitzer oder -interessent heißt das: Achte zunehmend auf die Energieeffizienzklasse beim Kauf oder der Vermietung von Wohngebäuden. Effiziente Gebäude steigern nicht nur den Wert, sondern schonen auch Mittel und Umwelt langfristig.

Quelle:
Analyse von Geomap, basierend auf fast eine Million Angebotsanzeigen von Wohngebäuden in Deutschland von 2019 bis 2024; Auswertung im Rahmen eines Städte-Checks zur Energieeffizienz durch die Haufe Online Redaktion.
Link:
https://www.haufe.de/immobilien/entwicklung-vermarktung/marktanalysen/positive-bilanz-der-foerderung-fuer-energetische-stadtsanierung_84324_433366.html
Bild von Thomas Wolter-Roessler

Thomas Wolter-Roessler

Dipl.-Ing. (DH) Mechatronik 20+ yrs. factory planning, organizational development, change management and strategy consulting. Founding- and Leadership experience.