Warum die Weiterbildungspflicht für Immobilienverwaltungen nicht abgeschafft werden darf

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Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) plant die ersatzlose Abschaffung der seit 2018 geltenden Weiterbildungspflicht für Wohnimmobilienverwaltungen. Ziel ist ein Bürokratieabbau, der jedoch in der Immobilienbranche auf heftige Kritik stößt. Verbände wie VDIV, IVD und BVI sowie Verbraucherschutzorganisationen warnen eindringlich vor den Folgen dieser Maßnahme.

Die Weiterbildungspflicht sichert die Qualität und den Verbraucherschutz in der Immobilienwirtschaft, da Verwalter eine treuhänderische Verantwortung tragen und somit kontinuierlich gesetzliche Vorgaben und aktuelle Entwicklungen kennen müssen. Die Pflicht umfasst mindestens 20 Stunden in drei Jahren, wobei der tatsächliche Weiterbildungsaufwand oft darüber hinausgeht. Behörden überprüfen die Einhaltung lediglich stichprobenartig, so dass der bürokratische Aufwand gering bleibt.

Seit ihrer Einführung hat die Pflicht dazu beigetragen, das Wissen der Verwalter hinsichtlich komplexer Themen wie Energieeffizienz und Finanzierungsfragen zu erhöhen. Die Branche hat sich deutlich professionalisiert, und die bisherigen Prozesse sind gut etabliert. Daher sehen Experten den geplanten Wegfall als Rückschritt, der hochwertige Standards gefährden könnte.

Verbände des Immobilienmarktes betonen, dass freiwillige Fortbildungen nicht ausreichen, da Wissenslücken in der Branche vorhanden sind. Die Verantwortung gegenüber Eigentümern und die zunehmenden rechtlichen Anforderungen machen eine regelmäßige Weiterbildung unverzichtbar. Digitale und einheitliche Nachweisverfahren werden hingegen als sinnvolle Alternative zur Entbürokratisierung vorgeschlagen.

Das Recht auf einen zertifizierten Verwalter bleibt bestehen, ersetzt aber nicht die kontinuierliche Qualifizierung. Zertifikate dokumentieren stets nur einen Moment, während langfristige Weiterbildung für Qualität und Rechtsicherheit sorgt. Die Weiterbildungsnachweise müssen zwar nicht eingereicht, aber vorgehalten werden, wobei die Einhaltung der Pflicht selten kontrolliert wird – was den Argumenten des Ministeriums für Bürokratieabbau nicht gerecht wird.

Insgesamt ist die Weiterbildungspflicht von zentraler Bedeutung, um die Qualität und Professionalität in der Immobilienverwaltung zu sichern, Verbraucherschutz zu gewährleisten und den komplexen Anforderungen gerecht zu werden. Eine Abschaffung droht diese Errungenschaften zu gefährden.

Bild von Markus Kambeck

Markus Kambeck

MBA - Blockchain Management & Technology 25+ Years of experience in Marketing. Passionate about PropTech.