Wie Bürokratie, Förderchaos und Kosten viele Hausbesitzer bei der energetischen Sanierung bremsen

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Wenn du planst, dein Haus energetisch zu sanieren, um langfristig Kosten zu sparen und umweltfreundlicher zu leben, solltest du dich auf einige Herausforderungen einstellen. Eine aktuelle Befragung von 801 Hausbesitzern zeigt klar: Energetische Sanierung ist eher ein Mammutprojekt als ein einfacher Schritt. Viele Eigentümer kämpfen mit komplizierter Bürokratie, unübersichtlichen Förderprogrammen und unvorhersehbaren Kostensteigerungen.

Rund 25 Prozent aller Hausbesitzer, die bereits eine Sanierung durchgeführt haben, haben komplett auf staatliche Fördermittel verzichtet, da die Antragsstellung oft sehr zeitaufwendig ist. Weitere 44 Prozent investierten zehn bis 20 Stunden allein für Genehmigungen und Förderanträge – bei acht Prozent der Befragten waren es sogar bis zu 40 Stunden. Die Bürokratie nimmt also erheblich Zeit und Nerven in Anspruch.

Zusätzlich entpuppen sich die tatsächlichen Sanierungskosten bei vielen als Stolperstein. Etwa die Hälfte der Sanierer musste mehr als die ursprünglich angesetzten Kosten schultern, oft wegen ungeplanter baulicher Mängel oder Materialpreiserhöhungen. Nur rund 30 Prozent hielten sich im finanziellen Rahmen. Für 15 Prozent stiegen die Kosten sogar um bis zu 49 Prozent.

Doch es lohnt sich, von Profis zu lernen: Eine sorgfältige Planung, ein Vergleich verschiedener Angebote und die Beratung durch Energieexperten können helfen, Fallstricke zu vermeiden. Viele setzen auf eine Software gestützte, schrittweise Sanierung, die das Budget entlastet.

Auch wenn 60 Prozent der befragten Hausbesitzer bisher keine Sanierung angingen, liegt der größte Hemmschuh meist in den hohen Kosten und der fehlenden Übersicht bei Fördermöglichkeiten. Rund 80 Prozent kennen die staatlichen Programme nur unzureichend. Eine höhere staatliche Förderung, geringere Handwerkerkosten und ein klarer Nachweis des Einsparpotenzials könnten mehr Eigentümer motivieren, aktiv zu werden.

Die Realität zeigt jedoch, dass insbesondere bei älteren Gebäuden wie einem Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern und Energieeffizienzklasse H die Komplettsanierung mit Wärmepumpe und Solaranlage durchschnittlich über 100.000 Euro kosten kann. Das ist eine Summe, die viele Hausbesitzer selbst mit Unterstützung nur schwer aufbringen können.

Zusammengefasst solltest du, wenn du eine energetische Sanierung planst, genug Zeit für die bürokratischen Hürden einplanen, dich gründlich informieren und vorab sorgfältig kalkulieren. Nur so kannst du dem Kostenchaos und der Förderbürokratie erfolgreich begegnen und dein Projekt langfristig zum Erfolg führen.

Quelle:
Merkur.de, Studie zur energetischen Sanierung 2025, Baumarktkette toom und Marktforschungsinstitut Appinio, Co2online, Baukosteninformationszentrum der Architekten
Link:
https://www.merkur.de/wirtschaft/sanierung-gute-nerven-geduld-und-kostendisziplin-sind-gefragt-zr-93832430.html
Bild von Markus Kambeck

Markus Kambeck

MBA - Blockchain Management & Technology 25+ Years of experience in Marketing. Passionate about PropTech.