Für die Kirchengemeinde in Meersburg wurde 2024 ein innovatives Wärmepumpensystem installiert, das Pfarrhaus und Pfarrzentrum effizient und ökologisch versorgt. Ausgehend von einem Energiegutachten erhielt das Projekt eine Photovoltaikanlage auf den Flachdächern, um den erzeugten Solarstrom optimal für die Wärmeversorgung zu nutzen. Die installierten zwei Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten in Kaskade und versorgen drei Heizkreise mit unterschiedlichen Vorlauftemperaturen, die separat auf die Gebäudenutzung abgestimmt sind.
Besonders vorbildlich ist die bedarfsgerechte Auslegung, welche Raumwärme, Warmwasserbereitung und PV-Einbindung getrennt betrachtet. So wird vermieden, dass das gesamte System durch unnötige Leitungsverluste oder ineffiziente Betriebszustände belastet wird. Die Warmwassererzeugung wurde dezentral direkt im Pfarrhaus realisiert, um die bisher starken Wärmeverluste durch eine lange zentrale Verteilung zurückzudrängen.
Die Wärmepumpen zeigen eine hohe Jahresarbeitszahl von 4,3, was auf eine sehr effiziente Wärmebereitstellung ohne Zusatzheizung hinweist. Der vom PV-Strom erzeugte Überschuss wird vorrangig für die Brauchwasser-Wärmepumpe genutzt, da die Heizkreise der Fußbodenheizung nur Wärme aufnehmen, wenn tatsächlich Bedarf besteht. Diese intelligente Steuerung verhindert ineffizientes Takten der Wärmepumpen und fördert einen stabilen Anlagenbetrieb.
Das Projekt demonstriert, wie wichtig eine ganzheitliche Planung ist, die mehr als nur den Wärmeerzeuger einbezieht. Die Verbindung von Gebäudenutzung, Heizlast, Hydraulik, Regeltechnik und dem Zusammenspiel verschiedener Anlagen wurde bewusst abgestimmt, um energieeffiziente und belastbare Lösungen zu schaffen. Ein Schlüssel zum Erfolg war auch die klare Definition der Schnittstellen zwischen den beteiligten Gewerken, was eine reibungslose Installation und Inbetriebnahme sicherstellte.
Das Ergebnis: Zwei Bestandsgebäude aus den 1980er Jahren werden nun effizient und nachhaltig beheizt und versorgt. Die Erfahrungen zeigen, dass ähnliche Projekte von einer frühzeitigen und präzisen Analyse der tatsächlichen Wärmebedarfe profitieren. Dies gilt besonders für die Warmwasserbereitstellung und die Einbindung erneuerbarer Energien, damit das System im Alltag robust, energieeffizient und nachvollziehbar funktioniert.