Immobilienverwaltung 2026: Starkes Umsatzwachstum bei überlastetem Personal

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Die Immobilienverwaltungsbranche befindet sich im Jahr 2026 auf Wachstumskurs, sieht sich jedoch mit erheblichen personellen Herausforderungen konfrontiert. Das aktuelle VDIV-Branchenbarometer zeigt, dass die über 1.000 befragten Unternehmen ihren Umsatz im vergangenen Jahr im Schnitt um 7,7 Prozent steigern konnten und für 2026 ein weiteres Wachstum von sieben Prozent erwarten. Das Betriebsergebnis hat sich dabei durchschnittlich um 12,8 Prozent verbessert, mit einer Umsatzrendite von 13,4 Prozent – deutlich über dem Mittelstandsniveau.

Trotz des starken Wachstums fällt auf, dass 62 Prozent der Unternehmen sich personell überlastet fühlen. Aufgrund steigender fachlicher, regulatorischer und organisatorischer Anforderungen stoßen viele Verwaltungen an ihre Kapazitätsgrenzen. Ein großer Teil der Verwaltungen reagiert darauf, indem unrentable und arbeitsintensive Eigentümergemeinschaften (WEGs) abgegeben werden. Mehr als die Hälfte der Befragten plant eine Verringerung solcher Mandate, um die Arbeitsbelastung zu reduzieren und Ressourcen effektiver zu nutzen.

Die WEG-Verwaltung bleibt mit 93,4 Prozent der Unternehmen das wichtigste Geschäftsfeld, während 82,3 Prozent Mietobjekte verwalten. Die Branche ist stark mittelständisch geprägt: 90,2 Prozent der Verwaltungen betreuen weniger als 3.000 Einheiten. Gleichzeitig gibt es eine hohe Gründungsdynamik bei kleinen Verwaltungen.

Die Vergütung pro Verwaltungseinheit steigt: 2025 lag sie bei durchschnittlich 29,12 Euro in der WEG-Verwaltung und 30,19 Euro in der Mietverwaltung. Für 2026 wird ein Anstieg auf 31,77 Euro erwartet, was einem Plus von 9,1 Prozent entspricht. Dies reflektiert den Bedarf, Preise an den tatsächlichen Aufwand und steigende Anforderungen anzupassen.

Der Fachkräftemangel verschärft die Lage zusätzlich, denn über die Hälfte der Unternehmen konnte offene Stellen im Jahr 2025 nicht besetzen. Die Digitalisierung, insbesondere der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, erfordert zusätzliche Weiterbildungen, die mit Investitionen verbunden sind.

VDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler betont, wie wichtig präzise Kalkulationen, belastbare Kennzahlen und eine faire Vergütung sind, um langfristig handlungsfähig zu bleiben. Die bessere Messbarkeit der Leistungen wird als Schlüsselfaktor für die Zukunft der Branche angesehen.

Das VDIV-Branchenbarometer basiert auf einer Online-Umfrage von März bis Mai 2026, an der 1.078 Unternehmen teilnahmen. Die Ergebnisse bieten einen klaren Einblick in Status und Trends der deutschen Immobilienverwaltungsbranche.