Das 27. Herbstforum Altbau am 20. November 2025 in Stuttgart brachte über 1.000 Fachleute aus Energieberatung, Architektur, Planung und Handwerk zusammen, um innovative Wege zur energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden zu diskutieren. Die Konferenz, organisiert von Zukunft Altbau und unterstützt vom Umweltministerium Baden-Württemberg, fokussierte sich auf die Verbindung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien als entscheidende Faktoren für eine klimafreundliche Zukunft des Gebäudesektors.
Umweltministerin Thekla Walker betonte die Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien in Baden-Württemberg, mahnte jedoch an, den Sanierungsbedarf der Gebäude schnell zu adressieren. Sie verwies auf kommunale Wärmeplanung als effektives Instrument zur Förderung von Wärmenetzen und Wärmepumpen. Dabei sei die Energieeinsparung im Gebäudebestand essenziell für die Erreichung der Klimaneutralität.
Praktische Lösungsansätze standen im Mittelpunkt: Daniel Fuhrhop empfahl eine bessere Nutzung vorhandenen Wohnraums statt Neubauten, um Emissionen zu reduzieren. Constanze Bongs, Expertin für Wärmepumpen, zeigte, wie durch präzise Planung Überdimensionierung vermieden werden kann, was Effizienz und Lebensdauer steigert. Jörg Knapp ergänzte, dass hydraulischer Abgleich und korrekte Installation entscheidend für eine reibungslose Wärmepumpen-Nutzung sind.
Volker Kienzlen von der KEA-BW erläuterte, dass grüner Wasserstoff zwar für energieintensive Branchen wichtig sei, jedoch im Gebäudebereich keine zentrale Rolle spiele. Hier punkten Wärmepumpen und Wärmenetze als effizientere und kostengünstigere Alternativen.
Christian Stöcker hob die Bedeutung überzeugender Kommunikation hervor, um Akzeptanz für erneuerbare Energien zu gewinnen. Seine Beispiele zeigten den rapiden globalen Ausbau von Solar- und Windenergie trotz hoher Subventionen für fossile Energieträger.
Konkrete Modellprojekte präsentierten Esther Fischer und Kristine Rinderle: Ein Niedertemperatur-Wärmenetz in Ludwigsburg nutzt Solarthermie, Großwärmepumpe, Hackschnitzel-Kessel und weitere erneuerbare Quellen effizient. Markus Bur am Orde stellte die erfolgreiche Integration einer Wärmepumpe in einen 250 Jahre alten Schwarzwaldhof vor, mit gutem energetischem Ergebnis.
Aus der Praxis berichtete Antonia Reiter über ein Mieterstrommodell in Stuttgart, bei dem eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher 23 Parteien mit günstigem, eigenproduziertem Strom versorgt und finanziell rentabel ist.
Der Sanierungssprint, vorgestellt von Darius Heller, zeigt, wie energetische Sanierungen standardisiert, kosteneffizient und in rund 22 Werktagen umgesetzt werden können – eine attraktive Alternative zu langwierigen Modernisierungen.
Ein Novum war der Fachabend mit dem Energieberaterverband GIH am Vorabend der Tagung, der sich auf Förderung gemischt genutzter Gebäudeflächen konzentrierte.
Das Herbstforum Altbau 2025 bewies eindrucksvoll, dass Energiesparen, Nutzung erneuerbarer Energien und zielgerichtete Sanierungsstrategien die Schlüssel zur modernen, klimafreundlichen Gebäudewelt sind. Nutze auch du die zahlreichen Informations- und Beratungsangebote von Zukunft Altbau, um dein Gebäude fit für die Zukunft zu machen!