In Köln wird serielle Sanierung erfolgreich als innovative Methode genutzt, um nachhaltigen und bezahlbaren Wohnraum schnell zu schaffen. Rund 100 Interessierte informierten sich bei einer Baustellen-Tour zum Trend der seriellen Sanierung über Projekte, die ökologische, ökonomische und soziale Herausforderungen der Wohnraumentwicklung zusammenbringen.
Das erste Pilotprojekt in Köln-Zollstock beeindruckte mit dem Effizienzhausstandard 40 EE und Passivhaus-Plus-Zertifikat. Gefertigte Holzrahmen-Fassadelemente mit Zellulosedämmung sorgen für effiziente Isolation, während die Nachrüstung mit Photovoltaik, Wärmepumpen und Mieterstromkonzepten den Energiebedarf senkt. Die serielle Sanierung erweist sich dabei als wirtschaftlich attraktiver als konventionelle Sanierungen – dank höherer staatlicher Förderungen und reduzierten Baukosten. So kann ein dreifach größeres Folgeprojekt in nur fünf Monaten statt 13 Monaten realisiert werden.
In Köln-Nippes wird mit serieller Sanierung und Umnutzung eines ehemaligen Bürogebäudes dringend benötigter Wohnraum für 137 Studierende geschaffen. Die Umwandlung spart Ressourcen und graue Energie, da Tragkonstruktionen erhalten bleiben. Vorgefertigte Fassadenelemente ermöglichen eine schnelle Montage selbst in engen Innenstadtlagen. Dies ist besonders wichtig angesichts der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt und der hohen Mietpreise in Universitätsstädten.
Vonovia als einer der Pioniere der seriellen Sanierung arbeitet zudem an kostensenkenden Innovationen wie der „All-in-one-Fassade“, die Dämmung, Fenster und Gebäudetechnik kombiniert und so Baukosten deutlich reduziert. Eine nachhaltige Neuerung bietet die integrierte Fensterheizung, die herkömmliche Heizsysteme ersetzen kann. Diese Technik sorgt mit hoher Effizienz für Wärme und ermöglicht durch geringere Investitionskosten günstigere Mietpreise. Allerdings hemmt aktuelle Gesetzgebung den breiten Einsatz dieser Innovation, da elektrische Heizsysteme außer Wärmepumpen nicht als Standard anerkannt werden.
Die serielle Sanierung in Köln beweist, dass zukunftsfähige, schnelle und sozialverträgliche Sanierungen möglich sind – eine wichtige Voraussetzung für den Klimaschutz und die Verbesserung der Wohnraumsituation in deutschen Städten. Die Politik fördert deshalb auch die Umwandlung von Gewerbeflächen in Wohnraum durch zinsverbilligte Darlehen, um neue Impulse für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu setzen.